1945.
Kriegsgeschehen in Königsbach und Stein.

Unzählige Bücher wurden über den Zweiten Weltkrieg veröffentlicht. Aus vielen Perspektiven und in vielen Facetten. In den Schulen nehmen die Themen Antisemitismus und Zweiter Weltkrieg einen breiten Raum ein. Die Anzahl der Verfilmungen, die in dieser Zeit spielen, ist groß.
Doch wie haben die Königsbacher und Steiner die Zeit erlebt? Der große Angriff auf Pforzheim, dessen Feuerschein noch in Stein sichtbar war und der auch in beiden Ortsteilen Opfer
kostete? Wie war der Einmarsch der Franzosen, die marokkanische Truppen voranschickten und vor denen Frauen und Mädchen nicht sicher waren? Was passierte in Königsbach, dass 57 Wehrmachtssoldaten und 123 Franzosen ihr junges Leben verloren? Fünf deutsche T-38-Jagdpanzer (Hetzer) wurden zerstört und 32 französische. Dieses Kriegsgeschehen in unserem Ort lässt sich bislang in keinem separaten Buch wiederfinden.
80 Jahre Kriegsende war für den Freundeskreis Königsbach-Steiner Geschichte ein geeigneter Anlass, sich der Kriegszeit und dem Kriegsende im Heimatort anzunehmen.
Das Thema Krieg ist heute so aktuell wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Wenn wir, als Geschichtsverein, das Geschehen nicht dokumentieren – wer sollte es dann dokumentieren? Und wenn nicht jetzt – wann dann? Noch sind Zeitzeugen vorhanden, die uns berichten konnten. Und wir sind dankbar, dass die Königsbacher und Steiner sich uns geöffnet und über ihre Erlebnisse berichtet haben. Wir haben damit manche Wunde wieder aufgerissen und verdrängte Erinnerung wieder an die Oberfläche geholt. Heute über 90-jährige Frauen und Männer konnten ihre Tränen beim Erzählen nicht mehr zurückhalten. Das hat uns sehr berührt.
„Was wir gesehen haben war so schrecklich, das sollte niemand miterleben müssen – und wir waren damals noch Kinder.“
Umso wichtiger erschien es uns, diese Erinnerungen festzuhalten und zu bewahren. Wir berichten über die Zeit vor und während des zweiten Weltkrieges, über Flugzeugabstürze und Hinrichtungen. Über Bombardierungen beim Einmarsch und über die zivilen Opfer. Zeitzeugen zeigen ein Bild auf von den Tagen nach dem Einmarsch und dem Ringen um Normalität in all dem Grauen. Einige Seiten widmen sich den Kriegsschäden, den Kriegsgräberanlagen und den nach dem Krieg entstandenen Mahnmalen.
Im letzten – und vielleicht umfangreichsten – Kapitel widmen wir uns unseren gefallenen Soldaten aus beiden Ortsteilen. Wir haben im Ortsarchiv die Gefallenenlisten aufgestöbert. In vielen Sitzungen und Aufrufen haben wir nach ihren Familien und Nachfahren geforscht. Wir haben unzählige Interviews geführt, um auch den Angehörigen noch eine Stimme zu geben. Wir haben Bilder zusammengetragen, damit die die Soldaten nicht nur namentlich erwähnt werden, sondern wo möglich mit Foto und mit ihrer Geschichte erscheinen. Nicht zuletzt haben wir über den Volksbund Kriegsgräberfürsorge die letzten Ruhestätten der Soldaten, soweit vorhanden, recherchiert. Damit die Opfer des Krieges aus unserem Dorf nicht vergessen werden.
Zur Erinnerung und zur Mahnung.
Gebundenes Buch: 300 - 400 Seiten | Format: 210 x 210 mm
ISBN
Verlag: vianova Werbung und Verlag (wahrscheinlich Ende 2026)
Preis: (steht noch nicht fest) Euro zzgl. Versand

